Elektrische Fussbodenheizung
Elektrische Fussbodenheizung im Kanton Bern ersetzen
Heizkabel und Heizmatten unter dem Bodenbelag wandeln Strom direkt in Wärme um. Der Ersatz durch eine wassergeführte Fussbodenheizung erfordert in der Regel Eingriffe in den Bodenaufbau und eine sorgfältige Planung.
Aufbau und Funktionsweise
Eine elektrische Fussbodenheizung besteht aus elektrischen Heizelementen, die direkt unter dem Bodenbelag oder im Bodenaufbau verlegt sind. Die Wärme steigt vom Boden auf und erwärmt den Raum.
Zwei Bauweisen sind üblich:
- Heizkabel: Ein durchgehendes Heizkabel wird mäanderförmig im Bodenaufbau oder unter dem Bodenbelag verlegt. Die Installation erfolgte meist beim Bau des Gebäudes; eine nachträgliche Verlegung ist aufwendig.
- Heizmatten: Vorkonfektionierte Matten mit eingewebten Heizdrähten, die auf einer dünnen Ausgleichsschicht verlegt und mit Fliesenkleber oder Spachtelmasse überdeckt werden. Häufig in Badezimmern oder bei Renovationen eingesetzt.
Die Wärmeabgabe erfolgt über die gesamte Bodenfläche — das sorgt für eine gleichmässige Temperaturverteilung und wird oft als besonders komfortabel empfunden. Elektrische Fussbodenheizungen arbeiten mit niedrigen Oberflächentemperaturen (ca. 24–29 °C) und benötigen aufgrund der Speichermasse des Bodens eine gewisse Aufheizzeit.
Hauptheizung oder ergänzende Bodenheizung?
Elektrische Fussbodenheizungen können unterschiedliche Funktionen im Gebäude erfüllen:
- Als Hauptheizung: Die elektrische Fussbodenheizung deckt den gesamten Wärmebedarf des Gebäudes oder einzelner Stockwerke. In diesem Fall fällt sie grundsätzlich unter die Ersatzpflicht.
- Als ergänzende Heizung: Die Bodenheizung dient nur der Komforterwärmung einzelner Räume (z. B. Badezimmer), während ein anderes System die Hauptheizung ist.
- Kombination: In manchen Gebäuden sind elektrische Fussbodenheizungen mit anderen elektrischen Heizsystemen (z. B. Speicheröfen) kombiniert.
Rückbau und fachgerechte Stilllegung
Der Umgang mit der bestehenden elektrischen Fussbodenheizung beim Ersatz hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Elektrische Trennung: Die Heizelemente müssen durch eine Elektrofachkraft fachgerecht vom Stromnetz getrennt werden. Dies ist in jedem Fall erforderlich, auch wenn die Kabel im Boden verbleiben.
- Im Boden verbleiben: In vielen Fällen können die alten Heizkabel oder Heizmatten im Boden verbleiben, sofern sie sicher abgeklemmt sind und der neue Bodenaufbau dies zulässt. Ein vollständiger Ausbau ist nicht zwingend erforderlich.
- Ausbau: Wenn der Bodenaufbau ohnehin erneuert wird (z. B. im Rahmen einer Gesamtsanierung), können die Heizelemente im Zuge dieser Arbeiten entfernt werden. Die Entsorgung erfolgt als Elektroschrott.
Umstieg auf eine wassergeführte Fussbodenheizung
Der Ersatz einer elektrischen Fussbodenheizung durch eine wassergeführte Bodenheizung ist eine naheliegende Lösung, da das Prinzip der Wärmeabgabe über den Boden erhalten bleibt. Der neue Aufbau umfasst:
- Wärmeerzeuger: Eine Wärmepumpe oder ein anderer erneuerbarer Wärmeerzeuger versorgt die neuen Heizkreise mit warmem Wasser.
- Verteiler: Ein Heizkreisverteiler pro Stockwerk oder Zone regelt die Durchflussmenge in den einzelnen Räumen.
- Heizrohre: Kunststoffrohre werden mäanderförmig im Boden verlegt. Der Aufbau (Dämmung, Rohre, Bodenplatte, Belag) wird entsprechend den aktuellen Normen ausgeführt.
Die neue wassergeführte Bodenheizung arbeitet mit Vorlauftemperaturen von etwa 30–35 °C — ideal für den Betrieb mit einer Wärmepumpe, die bei niedrigen Temperaturen besonders effizient arbeitet.
Eingriffe in den Bodenaufbau
Die Installation einer neuen wassergeführten Fussbodenheizung erfordert in der Regel Eingriffe in den bestehenden Bodenaufbau:
- Aufbauhöhe: Ein neuer Fussbodenheizungsaufbau benötigt eine gewisse Aufbauhöhe (Dämmung, Rohre, Bodenplatte, Belag — insgesamt etwa 80–120 mm). Bei begrenzter Raumhöhe oder bestehenden Türanschlägen ist dies zu berücksichtigen.
- Dämmschicht: Unter den Heizrohren ist eine Wärmedämmung nach den aktuellen energetischen Anforderungen erforderlich. Bei unbeheizten Kellerräumen darunter sind höhere Dämmstärken nötig.
- Trockensysteme: Bei begrenzter Aufbauhöhe können Trocken- oder Dünnschichtsysteme zum Einsatz kommen, bei denen kein flüssiger Bodenaufbau eingebracht werden muss.
- Alternativen zur Bodenheizung: Wenn der Einbau einer Bodenheizung nicht möglich oder zu aufwendig ist (z. B. bei historischen Böden, mangelnder Aufbauhöhe), können Radiatoren eine Alternative sein.
Alternative: Radiatoren statt Bodenheizung
Falls eine neue Bodenheizung aus baulichen Gründen nicht infrage kommt, können Radiatoren eine Alternative sein. Sie werden an den Wänden montiert und über ein Wasserleitungsnetz versorgt. Vorteile:
- Geringere Eingriffe in den bestehenden Bodenaufbau
- Schnellere Installation — keine Bodenaufbauarbeiten, keine Trocknungszeiten
- Flexible Platzierung, auch in einzelnen Räumen
Moderne Niedertemperatur-Radiatoren oder Heizkörper mit Gebläseunterstützung können mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden wie eine Bodenheizung und sind damit ebenfalls gut für den Betrieb mit Wärmepumpen geeignet.
Elektrische Fussbodenheizung ersetzen lassen
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